Sonntag, 29. Mai 2011

Fliegende Fähre und ein russischer Fürst

[Dresden-Postkarte der Woche] Der Dresdner Stadteil Kleinzschachwitz wurde im Jahr 1310 in einer Kaufurkunde des Klosters Altzella erstmals als "villa Schyzewicz" erwähnt. Der Name ist von einem slawischen Personennamen ("Ort des Ciz") abgeleitet, was auf eine entsprechende Gründung durch sorbische Siedler hindeutet.

Dresden-Postkarte Kalenderwoche 21/11


Rathaus Dresden-Kleinzschachwitz, ca. 1910, Adam's Kunstverlag, Dresden-A. 1, Privatbesitz

Das Kleinzschachwitzer Rathaus wurde 1901/02 an der Einmündung Hosterwitzer/Kurhausstraße errichtet und am 6. September 1902 eingeweiht. Die Planungen übernahmen der Architekt Wohlfahrt und der Zimmermeister Noack. Neben Diensträumen für die Gemeindeverwaltung beherbergte das neue Rathaus auch das örtliche Standesamt, die Ortssteuereinnahme, eine Sparkassenfiliale und das Postamt. Hinzu kamen Wohnungen für Gemeindebedienstete. Heute wird das nach 1990 sanierte Gebäude als Gesundheitszentrum "Am Fürstenpark" genutzt.
Ich kenne das Gebäude noch aus den 80iger Jahren als Postamt mit langen Schlangen an den Schaltern...

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Sonntag, 22. Mai 2011

Das erste Dorf der Welt mit öffentlicher Gasbeleuchtung

[Dresden-Postkarte der Woche] Burgk ist ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Freital in Sachsen mit bergmännischer Vergangenheit. Er grenzt im Nordosten an den Dresdner Stadtteil Gittersee. Zu Burgk gehören die ehemaligen Ortsteile Zschiedge, Kleinburgk und Großburgk.

Dresden-Postkarte Kalenderwoche 20/11


Burgk bei Dresden, ca. 1910, Adam's Kunstverlag, Dresden, Privatbesitz

Markantestes Bauwerk ist das Schloss Burgk, welches nahe dem Burgker Bach aus einem erweiterten Vierseithof mit Herrschaftsgebäude und Park besteht. Um dieses herum befindet sich ein teils enges, verwinkeltes Straßen- und Wegenetz mit kleineren Wohnhäusern, Bauzeugnissen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, das Altburgk oder Großburgk genannt wird. Diese Siedlung wurde mit dem Bau und der Verlegung der Burgker Straße ab dem 20. Jahrhundert deutlich in Richtung Windberg erweitert.

Im Jahr 1571 wurde erstmals in Burgk bergmännisch Steinkohle abgebaut. Als die Vorräte zu Neige gingen, gerieten die Schächte in Vergessenheit. In Burgk begann die Konzentration der kleinen Bergbaubetriebe erst 1819, als Carl Friedrich August Krebß (später Freiherr Dathe von Burgk) neuer Rittergutsbesitzer auf Burgk wurde. Er erbte fünf Schachtanlagen und kaufte umliegende Kohlefelder hinzu. Daraus gründete er die "Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke". Burgk gehörte bis in die 1870er Jahre zur technologischen Spitzenregion in Deutschland. Technische Innovationen kamen hier zu erst zum Einsatz, wie z. B. 1820 die eingeführten ersten Dampfmaschinen, 1828 die erstmalige Stadtgaserzeugung und 1828 erfolgte die Einführung von öffentlicher Gasbeleuchtung. Am 2. August 1869 ereignete sich im Neuhoffnungschacht der Burgker Steinkohlenwerke eine Schlagwetterexplosion, bei der 276 Bergleute umkamen. Am Segen-Gottes-Schacht nahe dem Windberg erinnert daran ein Denkmal.

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Donnerstag, 19. Mai 2011

Schluss mit günstig - Dresden ohne TelDaFax

Schluss mit günstig ... jetzt hat es auch die ca. 8.000 Dresdner TelDaFax Strom- und Gaskunden getroffen. Die Dresdner Stadtwerke DREWAG haben dem (fast) Pleiteunternehmen TelDaFax Energy aufgrund von Zahlungsrückständen zum 20. Mai 2011 die Leitungen gekappt. Ab dem 21. Mai darf TelDaFax seinen (Ex-)Kunden keinen Strom oder Gas mehr liefern. Auch ich gehöre dazu und "darf" mir in den nächsten drei Monaten einen neuen Stromlieferanten suchen. Nach 4 Jahren, als zufriedener (scheinbar im Gegensatz zu vielen Anderen) TelDaFax-Kunde.

Die offensichtlichen finanziellen Probleme bei TelDaFax waren seit Ende letzten Jahres bekannt. Trotzdem dachte ich sie seien nur von kurzer Dauer und das Unternehmen saniert sich wieder. Wie ich jetzt feststelle scheint die Sanierung gescheitert, immer mehr Netzbetreiber kündigen TelDaFax die Netzdurchleitungsverträge. Vielleicht hätte man nicht so viel Geld in den Fussballverein Bayer Leverkusen stecken sollen? Oder man hätte sich auf das Ursprungsgeschäft, nämlich billige Telefontarife, konzentriert? Die Strombörse ist eben nun mal kein Kinderspielplatz ...

Nichts desto trotz muss es ja weiter gehen, niemand muss im Dunkeln sitzen oder sein iPhone beim Nachbarn aufladen gehen. In solchen Fällen sind die regionalen Netzbetrieber verpflichtet die Ersatzstrom- oder Ersatzgasversorgung zu übernehmen. Bei mir wurde heute schon, im Auftrag der DREWAG, der Stromzähler abgelesen. Achtung, vergesst nicht Euch den Zählerstand zu notieren. Die DREWAG will bis zum 31. Mai alle (ehemaligen) TelDaFax-Kunden anschreiben und über die weitere Vorgehensweise informieren. (Kein Wunder, wenn sie Glück haben, bekommen sie ja jetzt ca. 8.000 Kunden zurück). Mich wird der ganze "Spaß" ca. 150€ pro Jahr zusätzlich kosten, wenn ich mich für den günstigsten DREWAG-Stromtarif entscheide.

Besonders wichtig ist zu wissen, das Euer Strom- oder Gasliefervertrag mit TelDaFax NICHT automatisch endet. Er muss schriftlich gekündigt werden. Die Verbrauchzentrale Sachsen stellt hierzu in ihrem Artikel "Ärger mit Teldafax: Kündigen oder nicht?" einen Musterbrief zum downloaden zur Verfügung. Einfach eigene Daten eintragen und per Einschreiben abschicken. Der Musterbrief enthält auch eine Fristsetzung bzw. Möglichkeit der Bestätigung zur Weiterbelieferung, diese sollte man sicherheitshalber setzen, da manche Informationen nicht ganz eindeutig sind. Insbesondere auf die angegebenen Daten kann ich natürlich auch keine Gewähr geben. Da ich kein Strompaket im Voraus bezahlt habe, mache ich mir um eine eventuelle Rückerstattung von Guthaben keine großen Sorgen, es können, wenn überhaupt nur wenige Euro sein. Etwas härter wird es wohl die Kunden treffen, welche für ein Jahr im Voraus bezahlt haben. Sie werden wohl um einen Anwaltsbesuch nicht herum kommen. Viel Erfolg dabei und bei der Suche nach einem neuen Strom- oder Gasanbieter ;)

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Sonntag, 15. Mai 2011

Extra für die Damen

[Dresden-Postkarte der Woche] Dresden ist eine Stadt am Fluss, der Elbe. Nichts liegt näher die Elbe auch als Erholungs- und Badeparadies zu nutzen. Genauso wie es heute (fast) wieder möglich ist.

Dresden-Postkarte Kalenderwoche 19/11


Dresden, Stadtansicht mit Damenbad, 1911, Kunstverlag Rudolf Brauneis, Privatbesitz


Dresden, Stadtansicht, 2010, Foto: P. Braune

Denn das flache Neustädter Elbufer bot sich mit seinen ausgedehnten Elbwiesen, auf denen einst die Wäschefrauen ihre Wäsche zum Bleichen ausbreiteten, als städtisches Erholungsgebiet an. Am Ufer entstanden daher am Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Frei- und Schwimmbäder - streng in Herren- und Damenbäder getrennt (von West nach Ost: Städtisches Freibad unterhalb des Barockhauses, Johannesbäder unterhalb des Blockhauses, Stadtbad für Frauen und die Marienbäder unterhalb des Finanzministeriums, Krüger's und Gasse's Schwimmanstalten und das Militärbad unterhalb des Gesamtministeriums sowie gegenüber, am Südufer vor den Städtischen und Fiskalischen Ausschiffungsplätzen der Pirnaischen Vorstadt, die Amalien- und Friedrichsbäder).

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Sonntag, 8. Mai 2011

Der berühmteste Platz in Dresden

[Dresden-Postkarte der Woche] Der Theaterplatz in Dresden ist ein historischer Platz der Stadt und durch seine Bebauung mit Semperoper, Zwinger und Kathedrale (Hofkirche) sehr berühmt. Er liegt im Westen der Inneren Altstadt. Er erhielt seinen Namen, aufgrund der Semperoper, welches das ehemalige Hoftheater war.

Dresden-Postkarte Kalenderwoche 18/11


Dresden, Theaterplatz, ca. 1920, ReKa, Privatbesitz


Luftbild Dresden - Dresdner Zwinger, hinten Semperoper, Kathedrale (Hofkirche), Augustusbrücke, Elbe, 2008, Quelle: Wolfgang Pehlemann [de.wikipedia.org]

Im Gegensatz zum Altmarkt oder Neumarkt befand sich der Theaterplatz nicht innerhalb des historisches Stadtkerns sondern westlich am Rand. Bürgerliche Bebauung befindet sich daher am Theaterplatz sehr wenig. Die Gestaltung des Theaterplatzes wird durch das bronzene Reiterstandbild des sächsischen Königs Johann geprägt, das im Jahr 1889 von Johannes Schilling geschaffen wurde. Das Italienische Dörfchen trennt den Theaterplatz von Elbe. Das Gebäude ist eines der jüngsten am Platz und wurde von Hans Erlwein erbaut. Die Katholischen Hofkirche stellt das einzige vollkommene barocke Bauwerk am Platz dar. Eine kleine Gasse trennt die 1980 zur Kathedrale geweihte Kirche vom Residenzschloss. Im Westen schließt der mittlerweile der 3. Bau der Semperoper an, welcher in zwei Entwürfen von Semper geplant und erstmals 1838 bis 1841 an dieser Stelle erbaut wurde.

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Sonntag, 1. Mai 2011

Dresdner Rekordbrücke

Heute wieder neu die "Dresden-Postkarte der Woche" mit einem Versuch, die alte Ansicht einer heutigen Ansicht gegenüber zustellen...

Die Carolabrücke ist eine der vier Elbbrücken in der Dresdner Innenstadt. Sie wird im Süden in der Altstadt durch den Rathenauplatz und im Norden in der Inneren Neustadt durch den Carolaplatz begrenzt.

Dresden-Postkarte Kalenderwoche 17/11


Dresden, Blick von der Frauenkirche auf das Ministerium, die Carola-Brücke und die Albert-Brücke, 1921, Rudolf Brauneis, Dresden, Privatbesitz


Dresden: Carolabrücke von der Augustusbrücke her gesehen, links: Finanzministerium, rechts: Weiße Flotte und Kunstakademie, 2011, Quelle: CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright

Die heutige Carolabrücke wurde von 1967 bis 1971 errichtet. Die Brücke führt mit vier Fahrspuren der Bundesstraße 170 und einem getrennten Gleiskörper der Straßenbahn die wichtigste Nord-Süd-Verbindung im Dresdner Straßenverkehr, die sich nach Norden in der Albertstraße fortsetzt.
Die Brücke ist insgesamt 32 Meter breit und besteht aus drei Überbauten. Es sind Spannbetonhohlkastenbrücken mit dem Gerberträger als Bauwerkssystem in Längsrichtung. Bei nur noch einem Strompfeiler betragen die Stützweiten im südlichen Randfeld 44 Meter und beim ersten Innenfeld 58 Meter. Die Elbe wird mit 120 Meter und 95 Meter überbrückt, das nördliche Endfeld spannt 58 Meter weit. Die über dem Strompfeiler gevoutet ausgebildete Brücke war in der DDR die Spannbetonbrücke mit der größten Stützweite. Die kleinste Durchfahrtshöhe beträgt 6,61 Meter beim höchsten schiffbaren Wasserstand.

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