Sonntag, 26. Juni 2011

Keine Bären im Bärenzwinger

[Dresden-Postkarte der Woche] Der Bärenzwinger befindet sich nahe dem Albertinum und ist Teil der historischen Dresdner Befestigungsanlagen. Die Bauten wurden von Caspar Voigt von Wierandt zwischen 1519 und 1521 errichtet und im Zuge der Nordosterweiterung der Dresdner Stadtbefestigung durch den Tischler und Schraubenmacher Paul Buchner von 1590 bis 1592 erweitert.

Dresden-Postkarte Kalenderwoche 25/11


Dresden, der alte Gondelhafen (Bärenzwinger), ca. 1904, Verlag: O. Schleich Nachf.


Bärenzwinger, Dresden, 2005, Quelle: NiTenIchiRyu [de.wikipedia.org]

Die Bezeichnung Bärenzwinger hat nichts mit dem Raubtier Bär zu tun, sondern geht auf Begriffe des Festungsbaus zurück: Batardeau (Abdämmung/Schleusendamm) wurde zu Bär und Zwinger bezeichnet den Gang zwischen innerer und äußerer Grabenmauer - also Zwinger am Bären. Während die innere Stadtmauer gut erhalten ist, sind von der äußeren Grabenmauer nur noch Rudimente sichtbar. Die Anlage des Bärenzwingers diente dem Schutz des Schleusendamms, der den Stadtgraben vom Elbstrom trennte. Davon zeugen die Kanonenöffnungen, durch deren eine man heute den Studentenklub betritt sowie die teilweise noch erhaltenen Schmiedeanlagen. Der Bereich vor dem Bärenzwinger wurde später als Gondelhafen genutzt, 1856 zugeschüttet und als Parkanlage gestaltet.

Die Blog-Reihe "Dresden-Postkarte der Woche" erscheint wöchentlich mit alten (und neuen) Dresdner Ansichten. Ich versuche den alten Ansichten eine neuere und aktuelle Ansicht gegenüber zu stellen. Das ist der 128. Blogeintrag zum Thema. Über den eigenen Hashtag #ddpk werden aktuelle Beiträge auch bei Twitter gefunden.

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Donnerstag, 23. Juni 2011

In Dresden kicken die Frauen

Am kommenden Sonntag ist es soweit. Mit dem Eröffnungspiel Nigeria gegen Frankreich (15.00 Uhr, Sinsheim) wird die 6. Frauenfussball-Weltmeisterschaft in Deutschland eröffnet. Der amtierende Weltmeister Deutschland wird ebenfalls am Sonntag (18.00 Uhr, Berlin) gegen Canada ins Spielgeschehen eingreifen.

Auch Dresden ist einer der neun Austragungsorte. Vom 28. Juni bis 10. Juli 2011 werden drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale im Neubau des Rudolf-Harbig-Stadions Dresden ausgetragen. (Das "Glücksgas-Stadion" wird für diesen Zeitraum wieder in Rudolf-Harbig-Stadion umbenannt, da die FIFA keine Werbe- oder Sponsorennamen zulässt). Folgende Ansetzungen finden in Dresden statt:

  • 28. Juni, 18.15 Uhr, USA : Korea DVR
  • 01. Juli, 18.15 Uhr, Neuseeland : England
  • 05. Juli, 20.45 Uhr, Canada : Nigeria
  • 10. Juli, 17:30 Uhr, 1. Gruppe D : 2. Gruppe C

Insgesamt 16 Teams nehmen an der Endrunde teil. Sicherlich ist der amtierende Weltmeister Deutschland Favorit. Frauenfussball ist in Deutschland leider (noch) nicht so populär, aber bis heute waren immerhin 80% der Eintrittskarten verkauft (bis auf die Spiele mit deutscher Beteiligung, sie sind lange ausverkauft).

Übrigens, die ARD und ZDF werden alle Spiele live übertragen. Ganz im Sinne des Social Networks hat das ZDF sogar einen Blog ins Leben gerufen: "Unter dem Motto "Frau’n mer mal" – frei nach dem Ausspruch der einzigen und wahren Fußball-Lichtgestalt Franz Beckenbauer – werden in den nächsten Wochen ZDF-ExpertInnen und -ReporterInnen .. kuriose, spannende oder schlicht skurrile Geschichten rund um die WM erzählen."

Auch die Landeshauptstadt Dresden hat auf ihrer offiziellen Internetseite einige Informationen zusammengestellt, von einer 3D-Sitzplatzauskunft, Vorstellung der Mannschaften, welche in Dresden spielen, Spielplan [PDF] bis zum 3D-Anflug auf's Rudolf-Harbig-Stadion.

Freuen wir uns also auf spannende und friedliche Fussballspiele und darauf, dass Dresden wieder einmal im sportlichen Weltgeschehen steht.

PS: Schaut doch mal bei Facebook vorbei und tippt bei einer kleine Umfrage Euren Frauen-WM-Favorit ...



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Sonntag, 19. Juni 2011

Orthostaten, Kentaurengruppen und andere Skulpturen

[Dresden-Postkarte der Woche] Der Große Garten befindet sich ca. 1,2 Kilometer östlich des Dresdner Stadtzentrums und ist mit diesem durch die Bürgerwiese verbunden. Er wird sowohl in Längs- als auch in Querrichtung von mehreren Alleen durchquert, die sich zum größten Teil auch über seine Grenzen hinaus fortsetzen.

Dresden-Postkarte Kalenderwoche 24/11


Dresden, Hauptallee im Großen Garten, ca. 1908, Hersfeld Dresden, Privatbesitz

Die Hauptallee in Stadtrichtung erst vor dem Hygienemuseum und wird in entgegengesetzter Richtung durch die Winterbergstraße noch über zwei Kilometer in gerader Linie verlängert.

Vom ursprünglichen Skulpturenschmuck des Gartens ist leider nur noch wenig erhalten, da die meisten Stücke bereits während des Siebenjährigen Kriegs und der anschließenden preußischen Belagerung zerstört wurden. Aus der Frühzeit des Großen Gartens stammen sowohl die an der Ostseite der Hauptalle befindlichen, mit Skulpturen geschmückten Torpfeiler, die sogenannten Orthostaten, wie auch die vier Herkulesstatuen an den beiden Enden der Herkulesallee. Zwei Kentaurengruppen von Antonio Corradini befinden sich noch an ihrem ursprünglichen Standort am Ende der Balustrade westlich des Palais. Auch die sogenannte "Üppigkeitsvase" östlich des Palaisteiches stammt ebenso wie zwei kleinere Vasen am stadtseitigen Haupteingang von Corradini. Auf dem Rasenparterre direkt vor dem Palais steht die vom italienischen Bildhauer Pietro Balestra geschaffene Gruppe "Die Zeit entführt die Schönheit", die thematisch verwandte, wiederum von Corradini stammende Gruppe "Die Zeit enthüllt die Wahrheit" befindet sich nördlich des Carolasees. An den vier Ecken des Palaisteichs sind die sogenannten "Brühl’schen Vasen" aufgestellt. Am nördlichem Ende der Querallee steht seit 1863 das vom Hofbildhauer Christian Gottlieb Kühn 1814 für die Treppe der Brühlschen Terrasse geschaffene Löwenpaar. Schließlich befinden sich im sogenannten Weißen Garten noch drei Plastiken des Dresdner Bildhauers Gustav Eduard Wolf von Hoyer. Sie wurden dem Großen Garten 1898 geschenkt.

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Empfehlung: BRN – der Sonntag und Fazit bei neustadt-ticker.de

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Montag, 13. Juni 2011

Gondeln wie vor 100 Jahren

[Dresden-Postkarte der Woche] Der Carolasee befindet sich in der grünen Lunge Dresdens, im Großen Garten. Sein Name erinnert an die sächsische Königin Carola.

Dresden-Postkarte Kalenderwoche 23/11


Dresden, Carola-See, Kgl. Grosser Garten, ca. 1908, Kunstverlag R. Brauneis, Privatbesitz

Ursprünglich befand sich hier eine Kiesgrube, welche "Krähenhütte" genannt wurde. Angelegt wurde der Carolasee zwischen den Jahren 1881-1886. 1895 wurde das am See gelegene Carolaschlösschen gebaut. Es beherbergt eine gern besuchte Gaststätte. Der Carolasee ist heute wie damals, ein beliebtes Ausflugziel und lädt im Sommer zu kleinen Ruderfahrten und im Winter zum Schlittschuhlaufen ein. Auch die Dresdner Parkeisenbahn fährt am Carolasee entlang.

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Sonntag, 5. Juni 2011

Wer kennt die älteste Schule Dresdens?

[Dresden-Postkarte der Woche] Das Evangelische Kreuzgymnasium ist die älteste, noch bestehende Schule in Dresden und eine der ältesten in Deutschland. Erstmals im Jahr 1300 wurde ein Schulmeister erwähnt. Die Gründung erfolgte als Lateinschule für die Sänger der Kreuzkirche, dem heutigen Dresdner Kreuzchor.

Dresden-Postkarte Kalenderwoche 22/11


Dresden, Evangelisches Kreuzgymnasium, 2011, Foto: D. Braune

Heute ist die bekannte Kreuzschule ein evangelisches Gymnasium, wohingegen der Dresdner Kreuzchor mit seinem Alumnat durch die Stadt Dresden getragen wird. Alle Kruzianer ab der 5. Klasse sind Schüler des Kreuzgymnasiums. Aber auch Nicht-Kruzianer dürfen die Schule besuchen.

Die Geschichte der Kreuzschule ist eng mit der der Kreuzkirche verknüpft. Ihr Vorläufer war die 1215 geweihte "St. Nikolaikirche". In dieser Zeit des Hochmittelalters bekam Bildung einen neuen Stellenwert. Schulen wurden häufig an Stadtkirchen angeschlossen, weil dort Bedarf für einen Kirchenchor bestand. Für das Einüben der Stücke und die Unterweisung in Theologie war ein Schulmeister verantwortlich, wie er für St. Nikolai seit 1300 belegt ist. 1393 wurde das erste Schulgebäude an der Südseite der Kreuzkirche eröffnet. Erst 1866 entstand ein deutlich geräumigerer Neubau am Georgplatz. Dieses Gebäude fiel 1945 den Zerstörungen während der Luftangriffe auf Dresden zum Opfer. Seither befindet sich die Schule in dem Gebäude des ehemaligen Freimaurerinstituts in der Eisenacher Straße im Stadtteil Striesen.

Heute besuchen das Kreuzgymnasium ca. 800 Schüler, wobei davon nur 150 Schüler Kruzianer sind. Seit diesem Schuljahr kann, neben Englisch, auch Latein und Französich erlernt werden. Griechisch ist als dritte Fremdsprache möglich.

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Donnerstag, 2. Juni 2011

Schimmel und bröckelnder Putz - untragbare Zustände in Dresdner Schulen

Feuchte Wände, Schimmelbefall, bröckelnder Putz, Klassenzimmer ohne Fenster, Risse im Fussboden, Wassereinbrüche, rostiges Wasser ... die Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen. Diese Zustände beschreiben nicht etwa irgendeine Abrissruine oder ein seit Jahren leer stehendes Wohnhaus zu tiefsten DDR-Zeiten, sondern eine täglich genutzte Schule in Dresden, wenn das Gebäude überhaupt die Bezeichnung Schule verdient hat. Es handelt sich um das Gymnasium Klotzsche. Die 5. und 6. Klassen lernen dort in einem ehemaligen (unsanierten) Fliegerlazarett, Baujahr 1935 (!!). Kaum vorstellbar, oder?

Vor einigen Tagen bat mich Torsten H. über Facebook einen Link zu posten. Natürlich schaue ich mir das vorher genau an, bevor ich so einer außergewöhnlichen Bitte nachkomme. Der Link beinhaltete ein Video des Kabeleins Nachrichtenmagazins K1 mit der Überschrift "Armutszeugnis für deutsche Schulen". Ich habe selbst Kinder, und schaute mir daher das Video aufmerksam an. Und  ich glaubte meinen Ohren und Augen nicht. Es handelte sich tatsächlich um eine Dresdner Schule. Ich postete den Link und es entwickelte sich eine kurze Diskussion zum Thema. Die grüne Stadträtin Gerit Thomas beteiligte sich an der Diskussion und berichtete: "... Es gibt noch mehr solcher Beispiele. Und nicht erst seit gestern. Und nicht erst seit gestern wird das von Eltern angeprangert...".

Zur Erinnerung, die politische Wende der DDR ist über 20 Jahre (!) her, solche Zustände sind untragbar! Wie wichtig sind den heutigen Dresdner Politikern unsere Kinder? Statt etwas zu tun, feiern wir uns beim 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag ... nicht das ich diese Veranstaltung nicht förderlich für Dresden finde, aber übernachten in diesem, oben beschriebenen und im Video gezeigten, Schulgebäude auch Gäste aus nah und fern? Wohl kaum, weil sich die Stadt Dresden dafür schämen müsste.

Mein Facebook-Zitat: "Ich hätte nicht gedacht, das es in unserer Landeshauptstadt Dresden so etwas gibt. Dieser Zustand ist mehr als untragbar. Hier muss dringend Abhilfe geschafft werden. Ich fordere die Stadträte von Dresden unverzüglich auf sich dieser Sache anzunehmen. Das ist ein Armutszeugnis für meine Heimatstadt!" .. Dem habe ich nichts hinzuzufügen!

PS: Aus rechtlichen Gründen ist es mir nicht möglich den beschriebenen Videobeitrag vom 25. Mai 2011 in den Blogbeitrag einzubinden, der Videobeitrag wurde daher im oben genannten Text verlinkt. Es ist aber auch möglich den Videobeitrag auf der Kabeleins-Homepage anzusehen.

Vielleicht seit Ihr genauso enttäuscht und sauer wie ich, dann empfehlt doch einfach diesen Blogbeitrag weiter, oder veröffentlicht selbst einen Beitrag zum Thema. Nur mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit scheint man, wie so oft, (vielleicht) etwas zu bewirken.

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Empfehlung: Dresden begrüßt seine Gäste. Auch zum Kirchentag! bei stolzaufdresden.de

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