Mit Spannung habe ich auf die Verfilmung des Romans "Der Turm" von Uwe Tellkamp gewartet. Am Mittwoch und Donnerstag (03. und 04. Oktober 2012) lief nun der Zweiteiler in der ARD. Leider habe ich aus Zeitgründen das Buch bisher nicht gelesen, was ich aber demnächst nachholen werde.
Meine Erwartungen waren hoch, hatte der Roman doch im Vorfeld viele gute Kritiken bekommen, auch wenn er sich offensichtlich nicht ganz einfach lesen lässt. Die Geschichte war mir ungefähr bekannt. Ich erwartete keine Stadtrundfahrt durch Dresden, sondern eine Geschichte, erzählt von einem Dresdner, für Dresdner oder sich selbst.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Eine schauspielerische Meisterleistung, nicht nur von Jan Josef Liefers, sondern von der gesamten Besetzung. Ich fühlte mich an Zeiten erinnert, als viele Dinge Mangelware waren, die Dresdner Bausubstanz mehr und mehr bröckelte, ich mich vor der Klassenlehrerin rechtfertigen musste, weile ich Mittwochs zur Christenlehre ging, statt zum Pioniernachmittag. Zeiten in denen die Russischlehrerin die gesamte Klasse, ohne uns oder unsere Eltern zu fragen in der DSF (Deutsch-Sowjetischen Freundschaft) anmeldete, Klassenkameraden plötzlich von ein auf den anderen Tag verschwunden waren, weil sie einen Ausreiseantrag gestellt hatten. Wurde der irgendwann genehmigt, mussten sie bis 24 Uhr die DDR verlassen haben. Also viele Dinge die im Film, zum Teil etwas überspitzt, dargestellt wurden.